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Crazy Family

Crazy Family(Gyakufunsha kazoku, Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb, Die total verrückte Familie)
Japan 1984, Regie: Sogo Ishii


Der japanische Regisseur Sogo Ishii ist einer der interessantesten der Filmszene. Bekannt für seine hervorragenden Thriller "Enjeru Dasuto" (Angel Dust - 1994) und den Angst einflößenden "Yume No Ginga" (Labyrinth of Dreams) von 1998, befasst sich Ishii immer wieder mit dem beengten Leben und dem emotionalen Aufruhr des modernen Japan.

Voller Vorfreude und Spannung bekam ich endlich die Chance, seinen früheren Film "Gyakufunsha Kazoku" (The Crazy Family) zu sehen. Katsuhiko Kobayashi (gespielt von Katsuya Kobayashi) kann endlich ein Eigenheim für seine Familie in einem Vorort von Tokio kaufen. Katsuhiko, der sich vor dem Wahnsinn fürchtet, der seine Familie während des Lebens in der Stadt befallen hat, ist entschlossen seine Frau und seine Kinder durch die Kraft seiner Liebe zu retten. Seine Frau Saeko (Mitsuko Baisho) ist aufgeregt und begeistert über das neue Heim; sie präsentiert ihrem Ehemann das einzige Geschenk, das sie für ihn hat - sich selbst. Zum ersten Mal seit vielen Jahren kann das Paar miteinander intim sein. Katsuhiko ist so überwältigt angesichts dieser Geste, dass ihn sein eigener Schweiß blendet.

Die beiden Kinder sind ebenfalls überglücklich. Erika (Youki Kudoh), Katsuhikos Tochter, ist außer sich vor Freude darüber, ihr eigenes Zimmer zu haben, wo sie endlich in Ruhe Ringen, Singen und Schauspielen üben kann. Masaki (Yoshiki Arizono), der Älteste, ist stolz darauf, dass er rechtzeitig für die Collegeprüfungen im nächsten Jahr lernen kann. Alles scheint in bester Ordnung, bis zur Entdeckung einer einzelnen Termite. Katsuhiko erklärt den biologischen Krieg und verwendet so viel Insektizid, dass der Hof von einer dichten Nebelwolke eingehüllt wird. Das ist aber nur ein Vorgeschmack der Dinge, die da kommen. Die Familie bricht nach und nach auseinander, als Katsuhikos Vater Yasukune (Hitoshi Ueki) bei seinem Sohn einzieht.

"The Crazy Family" ist sowohl eine deftige Komödie als auch eine beklemmende Satire über den Einzug des westlichen Konsum- und Geschäftslebens in Japan. Platz ist in Japan kostbar, und ein Eigenheim ist (sogar schon 1984) so teuer, dass viele nicht einmal davon träumen können. Die Szenen, in denen Katsuhiko auf dem Weg zur Arbeit ist und sein Gesicht in dem überfüllten Zug an die Glastür gedrückt wird, sind sowohl komisch als auch prägnant. Es wird klar, dass der Wahnsinn in Katsuhikos Familie von ihm selbst ausgeht.

Es gibt zahlreiche Momente voll absurder Komik: Wie Katsuhiko das Wohnzimmer unterhöhlt, um einen Keller zu schaffen, in dem sein Vater wohnen kann; die verrückte Such- und Vernichtungsaktion gegen eine Termiteninvasion; Musakis Schlaf raubende Lerngewohnheiten (gleichzeitig beklemmend und komisch) und Erikas erheiternde Ringkampfübungen. Es gelingt dem Regisseur Ishii, das Leben in Japan aus einer absurden Perspektive zu zeigen - das neue Zuhause, Musakis besessenes Lernen, Erikas Schwärmerei für Berühmtheiten und Stars und Saekos Bestreben, ständig „ein Bankett“ zu kochen. All dies dient sowohl als Metapher für die Übernahme westlicher Ideale als auch den Kampf des Materiellen gegen das Spirituelle. Katsuhikos Überzeugung, dass seine Liebe das einzige ist, was seine Familie vor dem Wahnsinn retten kann,kommt der Wahrheit näher, als er glaubt.

Die darstellerischen Leistungen sind ausnahmslos hervorragend. Katsuya Kobayashi als Katsuhiko ist ein ausgezeichneter Schauspieler.
Der Regisseur Sogo Ishii
Regisseur Sogo Ishii
Sein Abstieg in den Wahnsinn ist perfekt komisch im Timing - schade, dass man nicht mehr von diesem guten Schauspieler gesehen hat. Mitsuko Baisho ist als Saeko perfekt. Als einziges objektiv normales Familienmitglied sind Saekos Angst und darauffolgende Wut sowohl prägnant als auch glaubwürdig. Durch ihre Augen sehen wir schließlich den Ursprung des Wahnsinns und als sie ihm letztlich verfällt, sind die Folgen ebenso komisch wie erschreckend. Mitsuko Baisho ist wohl am besten für ihre Auftritte in Akira Kurasawas "Kagemusha" und Shohei Imamuras "The Eel“ bekannt. Dies ist eine ihrer besten und schwierigsten Rollen.

Youki Kudoh als Erika ist entzückend. Ihre Unschuld ist so bezaubernd, dass man ihrer Figur gern nachsehen möchte, dass sie so besessen von ihren Idolen ist. Als Katsuhiko seiner Tochter in einer amüsanten Szene vorwirft, sie rede wie ein Kleinkind, schlägt Erika zurück, indem sie Babygeräusche von sich gibt. Es ist eine liebenswerte Szene, die Bände über beide Figuren spricht. Youki Kudoh ist sowohl in Japan als auch hier eine anerkannte Schauspielerin; ihre bekanntesten Filme sind Jim Jarmuschs "Mystery Train" und der neuere "Snow Falling on Cedars". Ihre Darstellung in diesem Film zeigt, dass ihre späteren Erfolge keine Zufallstreffer waren.

Yoshiki Arizono als Musaki ist ebenfalls sehr gut in einer im Grunde eintönigen Rolle. Musaki ist der Prototyp des Studenten, zum äußersten Extrem getrieben. Sein durch Schlaflosigkeit ausgelöster Wahnsinn wirkt ebenso manisch wie komisch. Hitoshi Ueki als Yasukune, Katsuhikos Vater, ist als Militärbeamter im Ruhestand herrlich skurril. Er zieht von einem Sohn zum nächsten und man hat das Gefühl, er benutzt die Schuldgefühle seiner Kinder, um zu bekommen, was er will. Als er schließlich dem Familienwahnsinn erliegt, ist seine Rückkehr in seine Militärvergangenheit genau das Tüpfelchen auf dem I, das nötig ist, um den Film auf seine satirische Spitze zu treiben.

Die Bildersprache ist sowohl einfach als auch einfallsreich. Die zahlreichen Kameraperspektiven, aus denen im Inneren des kleinen Heims gefilmt wurde, vergrößern den beengten Wohnraum und lassen das Zuhause dennoch bezaubernd und drollig erscheinen. Als es mit dem Familienkrieg ernst wird, wird der Stil durch drastische Kamerawinkel und Einstellungen verzerrt, deren Wirkung fast beunruhigend ist. Das bemerkenswerteste Element ist jedoch das Produktionsdesign von Terumi Hosoishi. Indem er ein echtes Haus in einem Vorort Tokios verwendet und es buchstäblich Schritt für Schritt demoliert, gelingt es Hosoichi, eine physische Interpretation des Familienwahnsinns zu schaffen.

"The Crazy Family" ist jene seltene Art von Film, der es gelingt, sein Publikum sowohl zu unterhalten als auch zu verblüffen. Ein Film, der das moderne Alltagsleben aus einer schrägen Perspektive zeigt und uns diesen Spiegel vorhält, ohne verwirrend zu wirken. Einer der besten Filme, die in den 80er-Jahren aus Japan kamen und einer der besten Filme, die je gedreht wurden.

aus dem Englischen übersetzt von Henriette Blaschke, mit freundlicher Genehmigung von R.L. Strong @ The New Delphian Dungeon


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hinzugefügt: June 30th 2002
Autor: R.L. Strong
Punkte:
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Hits: 12565
Sprache: deu

  

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Crazy Family
Veröffentlicht von walt am 2006-04-09 03:27:53
Meine Wertung:



Er ist endlich ershienen, bei AFN

Crazy Family
Veröffentlicht von Anonymous am 2004-07-15 22:03:09
Meine Wertung:



Ich kann mich nur ganz ganz schwach an diesen schrägen Wahnsinnsfilm erinnern.
Ich sah ihn vor ca. 16 oder 17 Jahren (!) und er hat sich in meinem Gedächnis sehr positiv festgefressen. Die Eindrücke die ich von diesem Film noch habe sind Crazy, irre und komplett durchgedreht...

Ich würde ihn liebend gerne nochmal sehen.

WANN BRINGT DEN ENDLICH JEMAND AUF DVD HERAUS???


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